Die Vorsitzenden bei Blau-Weiß

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Kategorie: Verschiedenes
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. April 2021 17:48
Geschrieben von Michael
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In 50 Jahren gab es nur sechs 1. Vorsitzende

In der 50-jährigen Vereinsgeschichte von Blau-Weiß Mülhausen gab es bisher lediglich sechs 1. Vorsitzende. Es begann mit Hermann Sanders, der auf der Gründungsversammlung zum ersten 1. Vorsitzenden gewählt wurde und 12 Jahre im Amt blieb. Die längste Zeit an der Spitze des Vereins stand unser heutiger Ehrenvorsitzender Toni Raeth mit 17 Amtsjahren. Hermann Sanders machte ein Dutzend Jahre voll. Horst Thrams und Sebastian Ganser kommen auf insgesamt je 11 Jahre Vorstandstätigkeit.

 

Hermann Sanders: Vom ersten Tag des neu gegründeten Vereins an leitete der 22-jährige den jungen Verein. Ein Dutzend Jahre hatte er das Zepter in der Hand. Zuerst ging es nur um Fußball, aber seit 1974, als die Fußballer ein offenes Tischtennis-Turnier auf dem Saal Renkes „Hotel zur Post“ ausrichteten, kam Tischtennis dazu. Durch die positive Resonanz auf dieses Turnier erkannte er schnell das Potenzial und die Möglichkeiten.

Schnell übertraf

die Anzahl der Tischtennisspieler die der Fußballer. In den Reihen der Tischtennisspieler fand Hermann nicht nur Unterstützer sondern auch Männer, die sich aktiv einbrachten.

Hermann hatte drei Visionen. Er suchte den sportlichen Erfolg, kombiniert mit kameradschaftlichen Veranstaltungen und er wollte die Jugendarbeit fördern.

Er verstand es, nicht nur die sportliche Seite der Vereinsmitglieder zu befriedigen sondern auch die geselligen Bedürfnisse abzudecken. So wurde vom Verein ein Jahresausflug angeboten, eine Nikolaus-/Weihnachtsfeier organisiert, aber auch Tombolas nach Fußball-Turnieren oder Saisonabschussfeste angeboten.

Bereits im Jahr 1971 nahm eine Abordnung des Vereins als Matrosen am Festumzug der Mülhausener Schützen teil

Die Zusammenkunft nach Training oder Meisterschaftsspielen im Vereinslokal wurde ein fester Bestandteil des Sportlebens. Oft saßen sechs oder sieben Mannschaften an den Samstagen zusammen und berichteten über den Ausgang der Spiele. Dienstags nach dem Training kamen oft über 20 Sportler ins Vereinslokal zusammen und tauschten sich aus.

Er unterstützte die jährlichen Radtouren der Damenmannschaften und war auch als Begleiter bei den mehrtägigen Jugendfahrten altiv.

1980 10-jähriges auf dem Saal bei Renkes im „Hotel zur Post“. Mit Ehrungen.

Im Jahr 1981 war unser Vereinsmitglied Herbert Schmidt Schützenkönig. Ihm zu Ehren beteiligten wir uns mit 15 Sportlern in Uniform der Feuerwehrleute des vorigen Jahrhunderts am Festumzug.

Ende 1981 überwarf sich Hermann mit den restlichen Vorstandsmitgliedern beim Thema: Einsatz von Jugendlichen in Herrenmannschaften. Er wollte ihnen einen bestmöglichen Platz, möglichst in der 1. Herrenmannschaft, garantieren. Der TT-Obmann und die restlichen Vorstandskollegen waren eher für eine langsame Einbindung und das in den unteren Mannschaften, wo sich die Jugendlichen beweisen sollten. So kam es zum Bruch und auf der Jahreshauptversammlung 1982 hieß es erstmals nicht: Wiederwahl.

Günter Straten: Nachfolger von Hermann wurde im zweiten Wahlgang, nach langen Diskussionen, Günter. Zuvor hatte Hans-Gerd Kresken das Amt nicht angenommen, da es bei der Wahl mehr Enthaltungen als JA-Stimmen für ihn gab und er so keine Basis für eine erfolgreiche Führung sah. Mit Günter kam ein Externer in den Vorstand, bisher war er nur als Mannschaftsspieler aktiv. So hatte er einen schweren Stand, denn die Wogen glätteten sich nicht so schnell wie gehofft. Es kam wie es kommen musste, Günter erklärte mit Schreiben vom 25.05.1982 seinen Rücktritt als Vorsitzender. Zum kommissarischen Nachfolger wurde der 2. Vorsitzende Toni Raeth vom Vorstand bestimmt.

Toni Raeth: Auf der nächsten Vorstandssitzung übernahm Toni das Ruder des Vereins. 17 Jahre saß er auf der Kommandobrücke, zuerst kommissarisch dann offiziell gewählt, solange wie kein anderer vor oder nach ihm. Hinzu kommen mehr als 20 Jahre als Ehrenvorsitzender. Toni gelang es relativ schnell, den Verein wieder in ruhigere Gewässer zu manövrieren. Blau-Weiß entwickelte sich sportlich weiter und platzte bald aus allen Nähten.

Auch für ihn wurde Jugendarbeit groß geschrieben. Aus einer gut organisierten Jugendabteilung erwuchsen viele hoffnungsvolle Nachwuchstalente, aus denen sich wertvolle Spieler entwickelten. 1993 wurde Andreas Küppers Deutscher DJK Tischtennis-Meister der Junioren.  In seine Führungszeit erzielten die Blau-Weiße auch die größten sportlichen Erfolge. 1989/90 stieg die 1. Damenmannschaft in die Oberliga auf. Nach anfänglichen erfolglosen Anläufen schaffte es vier Jahre später auch die 1. Herrenmannschaft in der Saison 1993/94 über die Landesliga und Verbandsliga bis in die Oberliga. Im Aufstiegsjahr spielten fünf Akteure aus den eigenen Reihen /Jugend in der Mannschaft. An diesem sportlichen Erfolg hatten auch die Lotsen Hans-Gerd Kresken und Heinz Aandekerk maßgeblichen Anteil.

Im geselligen Bereich wurde eine jährliche Blau-Weiß-Radtour ins Leben gerufen, die auch jetzt noch obligatorisch ist. Des Weiteren gab es Sommerfeste, die gut besucht waren. 1994 engagierten wir uns wieder beim Schützenfest, als unser Gründungsmitglied Paul Heller Minister der Mülhausener Schützen war.

In den Jahren 1988 und 1994 richteten wir die Kreismeisterschaften aus, die ein Sprungbrett wurden für größere Aufgaben. Der WTTV übertrug uns 1996 die Ausrichtung der WTTV Endrangliste für Schüler/innen, Mädel und Jungen und 1997 die Durchführung der 35. Westdeutschen Meisterschaften für Schülerinnen und Schüler, für deren Ausrichtung wir jeweils viel Lob und Anerkennung erhielten.

Für seinen Einsatz wurde er vom Kreis, Bezirk und auch WTTV geehrt. 1999 trat das ein, was sich keiner vorstellen konnte, Toni stellte sich nicht mehr zur Wahl.

Auf der Feier zum 25-jährigen Tischtennis-Jubiläum wurde er unter stehendem Applaus zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

„Führungslos“: Auf der Jahreshauptversammlung 1999 konnte nach dem Ausscheiden von Toni kein Nachfolger gefunden werden, obwohl der Vorstand viele Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt hatte. Alle hatten Respekt vor der Leistung des Vorgängers und konnten sich nicht vorstellen, in dessen Fußspuren zu treten. Der Vorstand knüpfte an eine alte Vereinstradition an und lud erstmals seit Jahren wieder, für den 18.12.1999 zu einer Weihnachtsfeier ins Vereinslokal ein.

Horst Thrams: Ein Jahr später war es dann aber soweit. Horst übernahm die Zügel des Vereins. 11 Jahre war er der Lenker des Vereins. Unter ihm kam ein zweiter sportlicher Aufschwung, der aber nur mit finanziellen Kraftakten aufrechterhalten werden konnte. Mit Kristoph Piechaczek konnte ein Spitzenspieler verpflichtet werden, der vor ein paar Jahren in Jülich zwei Jahre in der TT-Bundesliga gespielt hatte. In Polen hatte er zum Nationalmannschaftskader gehört und belegte bei den Einzelmeisterschaften zweimal den 2. Platz im Mixed und einmal im Einzel den 3. Platz. Seinen größten internationalen Erfolg erlebte er 1977 bei den Junioren-Europameisterschaften in Frankreich, als er den 3. Platz im Einzel belegte.

Unvergessen bleibt vielen Blau-Weißen der Tagesausflug nach Köln zum 30-jährigen Bestehen der TT-Abteilung. Zum 40-jährigen Vereinsjubiläum ging es auf große Fahrt. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Baerlaghof und einer Stadtführung in Xanten klang der Abend bei einem Ritteressen in der Wasserburg Lüttinghof aus.

Wegen der guten Resonanz im Vorjahr lud der Verein jetzt wieder jährlich zu einer Weihnachtsfeier ein. Kurzauftritte des Vorstands waren ein Highlight der Veranstaltung, mal „Dinner for one“, dann „Die Glocken von Rom“. Aufgrund der positiven Rückmeldungen ist eine Weihnachtsfeier bis heute ein fester Bestandteil des Blau-Weiß Terminkalenders.

2006 kam es aufgrund seiner Initiative zur Gründung des „Förderverein SC Blau-Weiß Mülhausen 1970 e.V.“ deren Vorsitzender er immer noch ist. 

2009 waren wir vorerst zum letzten Mal beim Mülhausener Schützenfest vertreten, weil unser Vereinsmitglied Peter Heyer Schützenkönig war.

Frank Straten: Mit Frank stand erstmals ein Mann, der schon seit den Kindertagen im Verein war an der Spitze. Wie kein anderer stand er für Integrität und Zusammenhalt im Verein. Als überaus fairer Sportsmann war er im Verein, aber auch im Kreis und Bezirk beliebt. Doch seine Amtszeit währte nur kurz. Durch seinen unfassbaren Unfalltod riss er eine große Lücke bei Blau-Weiß und die Ziele mussten neu gesteckt werden. Trotzdem hatte er wie kaum ein anderer die letzten 30 Jahre von Blau-Weiß mit geprägt. Er war DIE Identitätsfigur des Vereins. Ihm zu Ehren findet jedes Jahr das vereinsinterne Frank-Straten-Gedächtnis-Turnier statt.

Sebastian Ganser: Nach dem viel zu frühen Tod von Frank, wurde Sebastian ins kalte Wasser geworfen. Zuerst kommissarisch, dann auch als gewählter Vorsitzender übernahm er die Geschicke des Vereins und startete die Mission Blau-Weiß. Seit über 10 Jahren gibt er den Takt vor und richtet sein Augenmerk vornehmlich auf die Geselligkeit, gepaart mit sportlichem Erfolg. Dieser ist aber ohne finanzielle Unterstützung nur bei sehr günstiger Konstellation möglich und hört da spätestens in der Landesliga auf. Zur Zeit spielen die Herren der 1. Mannschaft in der Bezirksliga, eine Klasse unter der Landesliga und die 1. Damenmannschaft in der Bezirksklasse. Nach dem Verlust der kompletten 2. Herrenmannschaft im Dezember 2013 ist der Zusammenhalt und die Kameradschaft wieder gewachsen. So war es auch möglich, die Geselligkeit wieder zu forcieren. Mit dem Bus ging es z. B. mannschaftsübergreifend zum Apres Ski in die Skihalle nach Neuss oder zur längsten Theke der Welt in die Düsseldorfer Altstadt. Es wurde eine Planwagenfahrt und eine Kanutour auf der Niers mit anschließendem Grillen organisiert. Dabei unterstützten ihn die Vorstandskollegen in allen Belangen. Insbesondere die deutsch-französischen Beziehungen zur Partnerstadt Frevent und da im Besonderen die Kontakte zum dortigen TT-Verein sind ihm in den letzten Jahren ein großes Anliegen. So wurden die alten Kontakte zu den Tischtennisfreunden in der Grefrather Partnerstadt Frevent wieder aufgenommen. Einem Besuch in Frevent folgte eine Einladung nach Grefrath. Die letzte Begegnung wurde durch Corona vereitelt.

Eine kleine Erfolgsgeschichte ist die Gründung der BodyFit Abteilung im Jahr 2015. Auf der Jahreshauptversammlung 2016 wurde beschlossen, aus dem DJK Verband auszutreten und im Jahr 2019 wechselte man schweren Herzens nach fast 45 Jahren das Vereinslokal.

Ein sportlicher Höhepunkt war sicher auch die Ausrichtung der 60. Deutschen  Mannschaftsmeisterschaft im Para-Tischtennis am 8. und 9. Juni 2018. Als sportliches Highlight im Leben von Günter Straten und Blau-Weiß kann man sicher auch den Gewinn der Deutschen Meisterschaft ü80 im Para Tischtennis im Oktober 2018 in Nassau bewerten.  Dies war der zweite Deutsche Meistertitel für einen Blau-Weißen. Im gleichen Jahr richteten wir auch die Jugend-Kreismeisterschaften in Oedt aus.

Für das Jubiläumsjahr 2020 waren viele Veranstaltungen geplant, die leider alle wegen Corona ins Wasser fielen.

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