1974 - 2019, 45 Jahre Tischtennis bei Blau-Weiß

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So fing alles an

 

Der Fußballverein TC Blau-Weiß Mülhausen 1970 e.V. veranstaltete jedes Jahr ein „Highlight“ außerhalb des Fußballs. Einmal war es ein Schweineblut mit lebenden Kaninchen, im nächsten Jahr ein Preisskat. Im Jahr 1974 entschied man sich für ein Tischtennis-Turnier für alle Mülhausener Bürger. So fand das Wort „Tischtennis“ am 4. März 1974 zum ersten Mal in den Annalen des Vereins Erwähnung. Ein Termin war schnell gefunden. Es fand am 30./31. März 1974 auf dem Saal der Familie Renkes „Hotel zur Post“ auf der Hauptstr. in Mülhausen statt. Die damalige Kreissparkasse Krefeld stiftete einen Pokal. Eine Rechnung über 20,-- DM für Urkunden „TT-Turnier“ wurde beglichen und am 22.3.74 folgte sogleich die nächste Rechnung für TT-Bälle und ein Netz.

Plakate wurden aufgehängt und jeder Mülhausener Bürger wurde zum Tischtennis-Pokalturnier eingeladen. Die TT-Tische mussten natürlich geliehen werden. Sie wurden von privater Seite zur Verfügung gestellt. Insgesamt nahmen 18 Spieler am Turnier teil. Übrigens, Sieger nach zwei Turniertagen war

Günter Straten, der im vorigen Jahr Deutscher Meister ü80 im Para-Tischtennis wurde und immer noch erfolgreich in der 5. Herrenmannschaft auf Punktejagd geht. Auf die weiteren Plätze kamen: Heinz Aandekerk, vor Helmut Aandekerk.

Aufgrund der großen Resonanz und auch weil es allen Teilnehmern viel Spaß gemacht hatte, erkannte der 1. Vorsitzende Hermann Sanders die einmalige Chance und das Potential, die sich dem Fußballverein auftat. Aber wie verwirklichen? Direkt nach dem Turnier oder  in der nächsten Woche setzte er sich mit Heinz Aandekerk in der Bahnhofsgaststätte „Zum Boß“ an einen Tisch um ein Bier zu trinken und lotete die Möglichkeiten aus. Er nutzte die Gunst der Stunde, machte Nägel mit Köpfen und „überredete“ Heinz, der sich gerne überreden ließ, sich um einen Trainingsablauf für Tischtennis zu kümmern.

So war quasi das Turnier unsere Geburtsstunde und Hermann bewies mit der Gründung der Tischtennis-Abteilung ein gutes Näschen. Aufgrund des großen Interesses kochte die Euphorie über. Ein Wort ergab das andere: „Wenn du spielst, spiele ich auch“.

So wurde die TT-Abteilung gegründet.

Bei Pastor Johannes Schath im Pfarrhaus wurde zuerst trainiert. Aufgrund der großen Nachfrage platzte der Keller aus allen Nähten, man musste improvisieren und nach einer Alternative ausschauen, denn es hagelte Anmeldungen. Zu den ersten gehörten Heinz Aandekerk 18.4.74, Günter Straten 6.5.74, Hans-Gerd Kresken 10.5.74, Toni Raeth 28.5.74

Nach mehreren Gesprächen mit Bürgermeister Lepers wurde uns die Aula in der Oedter Schule zur Verfügung gestellt. Der Boden war zwar hart, aber wir konnten an zwei Tagen in der Woche trainieren, dienstags und donnerstags. Die Aula wurde provisorisch mit Tüchern von Girmes abgesperrt, damit die Bälle nicht so weit rollen konnten. Heinz Aandekerk baute einen Wagen für die TT-Tische (mit einem integrierten Kasten für die Netze), damit diese nicht aus der Turnhalle bis in die Aula getragen werden mussten, denn damals hatten unsere TT- Tische noch keine Rollen.

Jetzt wollte man nicht mehr nur trainieren, sondern sich auch mit anderen Vereinen messen.

So nahm Heinz parallel zum Training Kontakte zu anderen Vereinen und zum Kreisvorsitzenden auf, um Informationen über den offiziellen Ablauf bei Meisterschaftsspielen zu erhalten. Das war ja Neuland für alle. Was musste bis wann erledigt werden und so weiter. Da halfen die Kontakte von Dieter Gastes, der früher beim TV Dießem gespielt hatte, auch der Kreisvorsitzende Günther Stocks (TTC Blau-Weiß Krefeld) war sehr behilflich.

In der Anfangszeit musste alles schnell gehen, so war es nicht verwunderlich, dass alles nur zwischen Hermann und Heinz besprochen und dann umgesetzt wurde.

Mit vielen Informationen wurde jetzt parallel die Vorbereitung für die Teilnahme an offiziellen Meisterschaftsspielbetrieb vorangetrieben. Erste Voraussetzung dafür war die Mitgliedschaft beim WTTV. Der Antrag wurde gestellt und die Aufnahmebestätigung kam im Juni 1974.

Nach Antragstellung kam die Überraschung: Ein WTTV Vertreter, der Kreisvorsitzende Günther Stocks, meldete sich an, um das „Spiellokal“ zu inspizieren. Nach kurzer Überlegung und in Ermangelung einer Alternative wurde ihm der Keller im Pfarrhaus gezeigt. Er schlug die Hände über dem Kopf zusammen und sagte:“ Wenn ihr hier spielt seid ihr der Schrecken des Niederrheins“. Das vorgesehene Spiellokal wurde abgelehnt. Jetzt war Not am Mann. Durch diese Ablehnung stürzte erst einmal eine Welt zusammen, denn die Zeit drängte, man wollte schließlich ab der neuen Saison mit zwei Herren-Mannschaften den Spielbetrieb starten. Es musste ein Spiellokal her, da wurde die Aula in Oedt ins Auge gefasst. Alle anderen Vereine waren dagegen, da sie Abwerbung von Spielern befürchteten. Insbesondere gegen den Wiederstand vom Vorsitzenden von Borussia Oedt „das ist ja nur ein Thekenverein“ wurde uns die Aula zugeteilt. Denn in Bürgermeister Lepers und Ratsmitglied Günther Kroppen fand man Rückendeckung. Die Diskussionen führten zu großen Turbulenzen, aber im Endeffekt hat die Gemeinde uns die Aula als Trainings- und Spiellokal genehmigt. Letztendlich hat dieses Gerangel wohl zur Gründung des Gemeinde-Sportverbandes geführt, die Gemeinde wollte sich die Querelen unter den Vereinen nicht mehr antun. Auch in der Aula waren wir später für viele Mannschaften der Schrecken von der Niers.

Bereits im Juli wurden neue Tischtennis-Tische angeschafft. Es liegt eine Rechnung über 1.335,50 DM vor, vermutlich für drei TT-Tische. Sie wurden zum großen Teil aus den Einnahmen vom WM-Tipp und von Anzeigen bezahlt.

Die neue Abteilung erfreute sich eines Anmeldebooms. Bis Jahresende verzeichnete der Verein eine Verdreifachung der Mitgliederzahl. Es konnten 52 Neuzugänge verzeichnet werden und dies alles nur durch Mundpropaganda.  Dies ließ den Verein getrost in die Zukunft sehen.

Vereinslokal der aufstrebenden Abteilung war das Lokal „Zum Boß“ bei Gerhard Melchers im Bahnhof von Mülhausen, während die Fußballer weiterhin in den „Nierskrug“ zu Emmy und Jupp Küppers gingen.

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